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Archiv der Kategorie 'Allgemein'

chemnitzer naziszene

Mittwoch | 22:02:17 | 19:00
Vom Birnensalat auf Instagram:
Die Chemnitzer Naziszene im Wandel der Zeit

In Chemnitz gibt es viele Nazis. Das ist schon seit den 90er Jahren so und zeigt sich auch im Stadtbild. Naziaufkleber und Menschen in Thor Steinar Klamotten gehören hier zur Normalität.

Aber was steckt eigentlich dahinter? Wie organisiert sich die Chemnitzer Nazi-Szene und wie hat sie sich in den letzten Jahren gewandelt, um immer noch so groß zu sein? Welche Akteure spielen dabei eine wesentliche Rolle? Auf diese und weitere Fragen will dieser Vortrag eingehen und etwas Klarheit in die undurchsichtige Chemnitzer Naziszene bringen.

Eine Veranstaltung von und mit dem freundlichen Partykollektiv „Rave for Humanity“.

spree hotel

Donnerstag | 09:02:17 | 19:00
»Spree Hotel«
Dokumentarfilm präsentiert vom Bündnis Chemnitz Nazifrei

Das Spree Hotel ist ein ehemaliges vier-Sterne-Hotel in Bautzen, einer Stadt in Deutschlands rechtester Region. Es wurde zu einer Unterkunft für Asylsuchende umstrukturiert. Das Schild „Rezeption“ hängt noch im Foyer, dahinter Überwachungskameras und um das Gebäude herum ein großer Zaun. Ein Mikrokosmos, der in seinen guten sowie seinen schlechten Eigenschaften an ein lebendiges Dorf erinnert, in dem der ehemalige Hotelier Peter Rausch, die Sozialarbeiter Steffen, Uwe und Firas sowie die Geflüchteten zusammenleben.

So das äthiopisch-eritreische Paar Ykram und Abrha, die seit sieben Monaten im Spree Hotel untergebracht sind. Oder Rami aus Syrien, der seit zehn Monaten da ist. Ahmed, ein junger Iraker, lebt schon seit über elf Monaten dort. Zarema aus Inguschetien ist mit ihren fünf Kindern nun auch seit neun Monaten im Spree Hotel, und Mustafa, ein Palästinenser aus Syrien, der bald seine Anerkennung bekommt.

Die flimmernde Sommerhitze unterstreicht ein Gefühl des ewigen Wartens und spiegelt das schleichende unbehagliche Gefühl „der Ruhe vor dem Sturm“ wider. Über ein Jahr später wollen wir mit euch diesen Film schauen und danach darüber ins Gespräch kommen. Ladet FreundInnen ein und kommt vorbei. Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf euch!

kunst spektakel revolution

Freitag | 02:12:16 | 20:00
Heftvorstellung & Vortrag: »Destruction of RSG-6« oder:
»Wie man die Kunst mit den Mitteln der Kunst zerstört«

Im April 1963 veröffentlichte die britische Aktivisten-Gruppe »Spies for Peace« die Existenz eines geheimen Atomschutzbunker-Systems, das ausschließlich für Mitglieder der britischen Regierung reserviert war: Die »Regional Seats of Government« (RSG). Mitglieder der Gruppe selbst waren in den RSG-6 in Reading eingebrochen und hatten dort die Pläne der übrigen Bunker gefunden. Die Gruppe veröffentlichte ihre Funde in einer Broschüre, die weltweit für Aufmerksamkeit sorgte und einen enormen Mobilisierungsschub für die außer-parlamentarische Abrüstungs-Bewegung nach sich zog. Im Juni 1963 eröffnete die Situationistische Internationale in Kopenhagen eine Ausstellung, die mit dem Titel »Destruction of RSG-6« überschrieben war. Offensichtlich nahm die marxistische, post-surrealistische Gruppe Bezug auf die Funde in Reading. Aber nicht nur das: Die Galerie zeigte den Stand einer Kritik der Kunst, die die S.I. in den Jahren zuvor erarbeitet hatte.

Der Vortrag gibt einen Einblick in die fünfte Ausgabe der Zeitschrift »Kunst, Spektakel & Revolution« und erzählt die Geschichte der Ausstellung »Destruction of RSG-6«. Dabei werden Fotos von der Ausstellung gezeigt. Zugleich sollen Ansätze der kritischen Theorie der Situationistischen Internationale eingeführt werden. Die Ausgaben 3-5 von KSR können beim Vortrag erworben werden. Weitere Infos unter: spektakel.blogsport.de.

krautrock

Dienstag | 08:11:16 | 20:00
Lesung von Wolfgang Seidel: »Wir müssen hier raus! Krautrock als Flucht vor Nachkriegsdeutschland«

Mit »Wir müssen hier raus!« hat Wolfgang Seidel, Gründungsmitglied der Ton Steine Scherben, eine Gegenerzählung zu den inzwischen gängigen Darstellungen des Krautrock verfasst. Mit dem Wissen desjenigen, der dabei war, bei den Hausbesetzungen und Demos, den ersten Konzerten von Bands wie Cluster, Tangerine Dream und Ashra Tempel, legt Seidel ein Buch vor, das die alte Bundesrepublik wieder zum Leben erweckt. Mit all ihren Widersprüchen und Kämpfen, in der gerade deswegen entstehen konnte, was heute als Krautrock gefeiert wird und was damals ein Versuch war, den Soundtrack zur Revolution beizusteuern.

Die Revolution ist ausgeblieben, die BRD gibt es nicht mehr ? und gestorben scheint ebenso die Utopie eines besseren Lebens, für das es sich zu kämpfen lohnt, auf der Straße wie im Tonstudio. Dabei sollte angesichts der gesellschaftlichen Verhältnisse die Parole noch immer lauten: »Wir müssen hier raus!«

Wolfgang Seidel zeichnet, ausgehend von diesem Lebensgefühl, dem Fluchtinstinkt der Jugendlichen, ein Bild der alten Bundesrepublik, das anders gefärbt ist als die vielen Gründungsmythen der ersten genuin deutschen Popkultur, des Krautrock, der eines vor allem nicht sein wollte: deutsch.



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